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Immobilienmakler und Eigentümerpaar im offenen Gespräch am Esstisch

Meinung

Was einen fairen Makler ausmacht

Ehrliche Preise, offene Konditionen, Respekt vor beiden Seiten: Woran Eigentümer einen fairen Makler erkennen. Ein Kommentar der Redaktion.

Über Makler wird viel gesprochen, über faire Makler erstaunlich wenig. Dabei gehört Fairness für Eigentümer zu den wichtigsten Eigenschaften überhaupt. Die Redaktion des IMMOMAKLER magazins beschreibt, woran sich ein fairer Makler aus ihrer Sicht erkennen lässt.

Fairness beginnt vor dem ersten Vertrag

Der erste Kontakt mit einem Makler sagt viel über die spätere Zusammenarbeit. Ein fairer Makler nimmt sich Zeit, um zu verstehen, warum ein Eigentümer verkaufen möchte und welche Ziele er hat. Er drängt nicht auf eine schnelle Unterschrift, und er lässt Raum für Bedenkzeit. Wer in einem Erstgespräch das Gefühl bekommt, sofort etwas entscheiden zu müssen, sollte aufmerksam werden.

Zur Fairness gehört auch, dass ein Makler offen sagt, was er leisten kann und was nicht. Vielleicht ist die Immobilie für sein Gebiet untypisch, vielleicht liegt sie außerhalb der Region, die er gut kennt. Ein Makler, der in solchen Fällen ehrlich abwinkt oder einen Kollegen empfiehlt, verdient Respekt. Er denkt an das Ergebnis für den Eigentümer, auch wenn ihm dadurch ein Auftrag entgeht.

Welche Kriterien bei der Auswahl allgemein helfen, haben wir im Ratgeber den richtigen Immobilienmakler finden zusammengetragen. Hier geht es um die Haltung, die hinter der Arbeit steht, und um die Frage, wie Eigentümer sie im Alltag erkennen.

Ehrliche Preise: Was die erste Bewertung über die Haltung verrät

Kaum etwas prägt die Zusammenarbeit so sehr wie die erste Bewertung. Ein fairer Makler nennt einen Preis, den er begründen kann, und er erklärt, wie er darauf kommt. Er zeigt Vergleichsobjekte, benennt Stärken und Schwächen der Immobilie und sagt offen, wo er Risiken sieht. Auch wenn die Zahl niedriger ausfällt, als der Eigentümer gehofft hat.

Diese Ehrlichkeit kostet manchmal einen Auftrag. Eigentümer entscheiden sich nachvollziehbar gern für den Anbieter, der den höchsten Wert in Aussicht stellt. Langfristig zahlt sich Aufrichtigkeit aber aus, für den Makler und für seine Kunden. Ein realistischer Preis ist die fairste Form der Beratung, weil er den Verkauf von Anfang an auf eine tragfähige Grundlage stellt.

Fair ist auch, wer während der Vermarktung offen über die Resonanz spricht. Bleiben Anfragen aus, informiert ein guter Makler zeitnah, ordnet die Rückmeldungen ein und schlägt gemeinsam mit dem Eigentümer nächste Schritte vor. Schweigen über Wochen und eine überraschende Empfehlung zur Preissenkung passen dagegen schlecht zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Klare Verträge und offene Konditionen

Ein fairer Makler legt seine Konditionen auf den Tisch, bevor die Arbeit beginnt. Eigentümer sollten genau wissen, welche Leistungen im Auftrag enthalten sind, welche Laufzeit der Vertrag hat, wie er gekündigt werden kann und welche Provision unter welchen Bedingungen fällig wird. Seit der Neuregelung für Wohnungen und Einfamilienhäuser braucht ein Maklervertrag zudem die Textform. Was die Halbteilung für Eigentümer bedeutet, erklärt unser Ratgeber zur Maklerprovision beim Verkauf.

Ein Alleinauftrag ist in vielen Fällen sinnvoll, weil ein Makler nur dann mit voller Kraft vermarkten kann, wenn er nicht mit anderen um dieselbe Immobilie konkurriert. Fair wird er durch eine angemessene Laufzeit und klare Regeln für den Fall, dass die Zusammenarbeit nicht funktioniert. Eigentümer sollten nachfragen, was passiert, wenn sie den Verkauf abbrechen oder verschieben möchten, und die Antwort schriftlich haben.

Zu offenen Konditionen gehört schließlich, dass keine Kosten im Kleingedruckten versteckt sind. Wenn Leistungen wie professionelle Fotos, ein Grundriss oder Inserate auf bestimmten Portalen extra berechnet werden, sollte das vorher klar besprochen sein.

Fair zu beiden Seiten: Käufer verdienen denselben Respekt

Ein Makler steht in der Mitte zwischen Verkäufer und Käufer. Beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern ist er häufig für beide Seiten tätig, was das Gesetz unter bestimmten Bedingungen ausdrücklich vorsieht. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung. Er vertritt die Interessen seines Auftraggebers, behandelt Kaufinteressenten aber ebenfalls korrekt und informiert sie wahrheitsgemäß.

Das zeigt sich an vielen kleinen Stellen: ein vollständiges Exposé, ehrliche Angaben zu Zustand und Mängeln, schnelle Antworten auf Fragen, verlässliche Termine. Interessenten, die eine Absage bekommen, erfahren das zeitnah und höflich. Diese Haltung nützt am Ende auch dem Verkäufer. Käufer, die sich gut informiert fühlen, entscheiden sicherer, und spätere Streitigkeiten über verschwiegene Mängel werden unwahrscheinlicher.

Fair ist ein Makler zudem im Umgang mit Angeboten. Er leitet jedes ernsthafte Kaufangebot an den Eigentümer weiter, auch wenn es ihm selbst ungelegen kommt, und er bevorzugt keine Interessenten aus persönlichen Gründen. Die Entscheidung über den Käufer trifft der Eigentümer, auf Grundlage vollständiger Informationen.

Dazu gehört auch, mögliche Interessenkonflikte offenzulegen. Möchte der Makler selbst, ein Angehöriger oder ein Geschäftspartner die Immobilie kaufen, muss der Eigentümer das wissen, bevor er sich entscheidet. Dasselbe gilt, wenn der Makler für die Vermittlung einer Finanzierung oder anderer Leistungen zusätzlich vergütet wird. Offenheit an diesen Stellen schafft Vertrauen, das in keinem Werbeprospekt zu finden ist.

Woran Eigentümer faire Arbeit im Alltag erkennen

Fairness lässt sich schwer in einem Vertrag festschreiben. Sie zeigt sich im Verhalten über Wochen und Monate. Einige Merkmale halten wir für besonders aussagekräftig:

  • Erreichbarkeit: Rückrufe kommen zuverlässig, Fragen werden beantwortet, Absprachen eingehalten.
  • Regelmäßige Berichte: Der Eigentümer erfährt, wie viele Anfragen und Besichtigungen es gab und was Interessenten gesagt haben.
  • Ehrliche Einschätzungen: Auch unbequeme Nachrichten werden offen ausgesprochen.
  • Sorgfalt mit Daten: Persönliche Informationen und Adressen werden nur so weit geteilt, wie es für den Verkauf nötig ist.
  • Prüfung der Käufer: Die Finanzierung von Interessenten wird geklärt, bevor es zum Notar geht.
  • Verweis auf Fachleute: Bei Rechts- und Steuerfragen empfiehlt der Makler Notar oder Steuerberatung.

Hilfreich ist es, auf die Sprache zu achten. Ein fairer Makler spricht über die Immobilie und den Eigentümer, über Abläufe und Möglichkeiten. Wer vor allem über die eigene Größe, über Rekorde und über andere Anbieter redet, lenkt den Blick vom Wesentlichen weg.

Fairness hat ein Gesicht in der Region

Im Magazin stellen wir regelmäßig Makler vor, die ihre Arbeit auf persönliche Begleitung und Ortskenntnis gründen. Wer etwa einen Immobilienmakler in Ulm sucht oder eine Immobilie verkaufen in München möchte, findet in unseren Porträts Beispiele dafür, wie diese Haltung im Alltag aussehen kann. Für Eigentümer lohnt es sich, solche Porträts mit eigenen Eindrücken aus dem Erstgespräch zu vergleichen.

Ein Makler, der lange in einer Region arbeitet, lebt von seinem Ruf. Empfehlungen von Nachbarn, Freunden und früheren Kunden sind oft der wichtigste Weg zu neuen Aufträgen. Das macht faires Verhalten zu einer Frage der eigenen Existenz. Wer heute einen Eigentümer schlecht berät, begegnet ihm morgen beim Bäcker.

Unsere Haltung: Vertrauen ist die eigentliche Leistung

Ein Makler verkauft Immobilien. Was Eigentümer von ihm aber vor allem erwarten, ist Vertrauen: dass er ihre Interessen ernst nimmt, offen kommuniziert und ehrlich einschätzt. Fairness ist dafür die Grundlage. Wir sind überzeugt, dass Eigentümer gut beraten sind, bei der Auswahl genau darauf zu achten, und dass faire Makler auf lange Sicht die erfolgreicheren sind. Fragen Sie im Erstgespräch nach Konditionen, nach der Herleitung des Preises und nach dem Ablauf. Die Antworten zeigen Ihnen schnell, mit wem Sie es zu tun haben.

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